Archiv für März 2013

Aufruf gegen rechts!

Nicht jede Stadt kann von sich behaupten, überregionale Bekanntheit durch eine gewalttätige, rechtsextreme Szene erlangt zu haben; Nordhausen schon!
„Jugend für Dora e.V.“ verdeutlicht in einem offenen Brief die aktuelle Situation und Notwendigkeit gemeinsam gegen die Neonazi – Problematik vorzugehen.

25.03.2013 / 18:30 Uhr / Vernetzungs- und Kreativtreffen / KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

„Seit vielen Jahren müssen wir in Nordhausen das Entstehen und Wachsen einer militanten Neonaziszene beobachten. Dass 2009 auch noch mehrere Vertreter der NPD in Stadt- und Kreistag einzogen, erscheint dabei nur die absehbare Folge gewesen zu sein. Wirft man einen Blick zurück auf die letzten Jahre, zeigt sich ein Bild der Stadt, welches schon lange nicht mehr akzeptabel ist: Friedhöfe werden geschändet, Fackelmärsche für nationalsozialistische Kriegsverbrecher durchgeführt und immer wieder Menschen angegriffen. In den letzten Jahren fanden zahlreiche Angriffe durch militante Neonazis statt. Angegriffen wurden dabei völlig verschiedene Menschen; vom Kneipenbesucher über Polizisten bis hin zur Oberbürgermeisterin der Stadt. Das Selbstbewusstsein der Szene in Nordhausen ist so stark, dass am helllichten Tag auf einem Volksfest auf Bürgermeister Matthias Jendricke eingetreten werden kann und außer einem stillen Aufschrei nichts passiert. All dies ist Realität in unserer Stadt. Eine Realität, die zur Normalität geworden ist. Wie weit dies auch in die Stadt hinreicht, zeigte sich im September 2012, als offengelegt wurde, dass ein junger Mann aus dem Umfeld der extrem rechten Szene sogar als Auszubildender in der Stadtverwaltung beschäftigt ist.
Die Empörung findet sich zumeist nur in der überregionalen Presse und scheint in der Stadt selbst keine Folgen zu haben. Die erschreckend naive Berichterstattung der Regionalpresse degradiert Menschen, die gegen Neonazis demonstrieren, gleich zu „Linksradikalen“ und schafft damit ein Klima, in dem jedes demokratische Engagement im Vorfeld diskreditiert wird. Dabei geht es bei Protesten gegen Neonazis doch um nichts weiter als die Verteidigung demokratischer Werte. Wir fragen uns, ob die Menschen in Nordhausen vergessen haben, was hinter Begriffen wie „Neonazi“ steht und welche Ideologie geschmierte Hakenkreuze beinhalten.
Wir können all dies nicht mehr einfach so hinnehmen! Wir wollen nicht weiter zusehen, wie in unserer Stadt eine neonazistische Szene zur wichtigsten Jugendkultur wird und Menschen Angst haben, sich zu engagieren. Durch Gespräche wissen wir, dass es viele Menschen in Nordhausen gibt, die dies ähnlich sehen und an diese wenden wir uns heute. Wir, Jugend für Dora e.V., möchten alle, die sich gegen Neonazis in Nordhausen engagieren wollen, aufrufen, sich mit uns für eine demokratische, eine offene Stadtkultur ohne Angst einzusetzen. Wir laden euch alle zu einem Vernetzungs- und Kreativtreffen am Montag, den 25. März 2013 um 18:30 Uhr in die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora ein. Dort wollen wir mit euch überlegen, was wir gemeinsam auf verschiedenen Wegen gegen die momentanen Zustände unternehmen können.“

Zeit-Störungsmelder berichtet.

Rechts-Kleber Feb./Mär. 2013 NDH

Eine Einsendung zeigt den zur Zeit im Nordhäuser Stadtbild anfallenden Rechtspropaganda-Müll.

NDH STICKER VOL23

Kaum Neues – getauscht wird wie immer über das Postfach 1 33 7, Melmac.

NPD, Gewalt und Drogen..

Wir möchten an dieser Stelle auf einen erhellenden Artikel zu bestehenden Verbindungen zwischen NPD und Aktionsgruppe Nordhausen sowie der Wackerfront hinweisen, der sowohl im Zeit-Störungsmelder als auch auf Publikative.org veröffentlicht wurde.

Die Hintergrundinformationen konnten (der Antwort der Landesregierung) auf eine kleine Anfrage des Grünen-Politikers, Dirk Adams, zu diesem Thema entnommen werden.

Dass der Wissensstand der Landesbehörden zu den rechten Umtrieben in Nordthüringen äußerst lückenhaft ist, wissen alle, die sich eingehender mit diesem Problem beschäftigen (wollen). Daher werden wir nicht ruhen! Unterstützt uns dabei und nutzt weiterhin den Recherche-Bereich unserer Seite!

Dass sich die Aktionsdepp*innen Nordhausen mit Hilfe von (durchaus schlecht geschriebenen) Artikeln der lokalen NPD-Atzen auf ihrer Weltnetzpräsenz (oh nein, schon wieder kein germanengerechtes Wort…) gegen die erhobenen Vorwürfe zu wehren versuchen – da ja nicht sein kann, was nicht sein darf (Drogen unter Nationaldummonist*innen) – zeigt lediglich, dass ihnen an einem bröckelnden Saubermensch-Image nicht gelegen ist und dass beide Gruppierungen sehr gut und gerne zusammenarbeiten.

Dass sich der nationale Mistverstand durchaus mit Drogen verträgt, zeigen beispielsweise die Kammerratten aus dem nahegelegenen Nordsachsen (siehe folgende Beiträge der Delitzscher Genoss*innen sowie der Zeitung die Zeit)…